Funges

Wilde Artischocke

Cynara cardunculus

Wilde Artischocke (Cynara cardunculus)

Eine distelartige Pflanze, verwandt mit der Gartenartischocke. Du isst die Blütenknospen und die Stängel.

So erkennst du ihn

Die Wilde Artischocke, auch Wilde Kardone genannt, bildet eine grosse Rosette aus tief eingeschnittenen Blättern. Oben sind sie silbrig graugrün, unten durch dichten Filz fast weiss. Jeder Blattlappen endet in einem starren gelben Dorn. Im späten Frühjahr wächst ein steifer, verzweigter Stängel bis etwa auf Kopfhöhe. Er trägt Köpfe wie kleine Artischocken, umhüllt von Hüllblättern mit Dornspitzen. Sie öffnen sich zu blauvioletten Distelblüten. Pass auf Atractylis gummifera auf, eine tödlich giftige Distel aus dem Mittelmeerraum. Sie wurde schon mit der Wilden Artischocke verwechselt und hat in Marokko Menschen getötet. Sie hat keinen Stängel. Ihr rosa Blütenkopf sitzt flach in der Mitte der stacheligen Rosette. Sie blüht im Spätsommer und Herbst, und aus ihrer Wurzel tritt ein klebriger Saft. Iss nie eine stängellose Distelrosette oder eine Distelwurzel.

Wo er wächst

Sie mag trockenes, sonniges, offenes Gelände. Du findest sie auf Weiden, an Acker- und Wegrändern, auf Brachen und im Gebüsch, oft auf Lehm. Ihre Heimat ist der Mittelmeerraum, von Portugal bis Griechenland und Nordafrika. In Nord- und Mitteleuropa kommt sie nur aus Gärten verwildert vor. In Kalifornien ist sie ein invasives Unkraut im Grasland und im Küstengebüsch unter 500 m. Im Rest der USA ist sie eine Gartenpflanze.

Wann

Die Rosette wächst nach den Herbstregen und den ganzen milden Winter durch. Die Blattstiele erntest du vom späten Winter bis ins Frühjahr. Die Köpfe kommen im späten Frühjahr und Frühsommer. Sie blüht vor allem im Juni und Juli. Danach vertrocknet sie in der Sommerdürre.

Sammeln

Zieh dicke Handschuhe an und schneide Stiele oder Köpfe mit dem Messer ab. Die Wurzel bleibt im Boden. In ihrer Heimat lässt du einige Köpfe blühen. In Kalifornien ist es anders, weil sie dort invasiv ist. Nimm die Köpfe dort, bevor sie Samen bilden, und trag nie Samenstände herum. Auf öffentlichem Land prüfst du die Regeln vor Ort.

Zubereitung

Sei dir bei der Bestimmung sicher, bevor du anfängst. Schäl Dornen und Fasern von den Blattstielen. Leg die Stücke sofort in Zitronenwasser, weil sie sonst schwarz werden. Dann kochst du sie weich. Sie schmecken wie eine bittere Artischocke. Man schmort sie oder backt sie im Teig aus. Bei den Köpfen zupfst du die stacheligen Hüllblätter ab und isst den zarten Boden und das Herz. Die getrockneten Blüten bringen Milch zum Gerinnen, etwa für Käse wie Serra da Estrela und Torta del Casar.

Aufbewahren

Die Stiele halten sich in ein feuchtes Tuch gewickelt ein paar Tage im Kühlschrank. Gekocht lassen sie sich gut einfrieren.

Giftige Doppelgänger

  • Chamaeleon gummifer · Tödlich giftig - nicht essen

Quellen: Bestimmung, Verbreitung und Saison: IUCN Global Invasive Species Database und California Invasive Plant Council. Atractylis-Vergiftungen: Daten der marokkanischen Giftnotrufzentrale.

Konsultiere immer eine Expertin oder einen Experten, bevor du Wildpflanzen oder Pilze isst. Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken.