Trompetenpfifferling
Craterellus tubaeformis

Ein kleiner Pfifferling mit braunem Hut auf hohlem gelbem Stiel. Er wächst bis in die ersten Fröste.
So erkennst du ihn
Der Trompetenpfifferling ist klein und schlank. Der Hut misst 1 bis 4 cm und ist braun bis gelbbraun. Er ist ein dünner Trichter, dessen Mitte sich zum hohlen Stiel hin öffnet. Darunter laufen stumpfe, gegabelte Leisten am Stiel herab, grau bis gelblichgrau. Der Stiel ist gelb bis orangegelb, hohl und oft zusammengedrückt oder gefurcht. Der Spitzgebuckelte Raukopf (Cortinarius rubellus) wächst in denselben moosigen Nadelwäldern. Er hat einen spitzen, rotbraunen Hut und echte rostbraune Lamellen. Sein Stiel ist voll und hat schwache gelbe Bänder. Er zerstört die Nieren. Prüf jeden Pilz beim Sammeln und noch einmal beim Putzen. Die norwegische Giftinformation rät, den ganzen Korb wegzuwerfen, wenn auch nur ein Raukopf darin ist.
Wo er wächst
Er wächst auf nassem, saurem Boden in Nadelwäldern, vor allem unter Fichte und Kiefer. Such im Moos, an Moorrändern und auf bemoostem, morschem Holz. In Nord- und Mitteleuropa und in den Bergen des Südens ist er häufig. In Nordamerika wächst er im pazifischen Nordwesten und in Nordkalifornien. Auch in den nördlichen und östlichen Nadelwäldern kommt er vor.
Wann
Er kommt spät im Jahr. In Europa fruchtet er von September bis zum starken Frost, oft noch im November und Dezember. An der Pazifikküste der USA gibt es ihn vom Herbst durch den Winter. Er braucht einen nassen Herbst, und leichter Frost hält ihn nicht auf.
Sammeln
Schneide die Stiele über dem Moos ab, damit der Korb sauber bleibt. Lass die kleinsten stehen. Halte dich an die Regeln vor Ort, in Deutschland etwa nur kleine Mengen für den eigenen Bedarf. In Südbayern und im Bayerischen Wald trägt er noch Cäsium aus Tschernobyl. Iss ihn dort nur ab und zu.
Zubereitung
Bestimme ihn zuerst sicher. Dann schneide die hohlen Stiele auf und spül Nadeln und Sand heraus. Iss ihn nie roh. Gare ihn gut durch, in Butter, in Sossen oder Suppen oder zu Wild. Er schmeckt erdig und kräftiger, als seine Grösse vermuten lässt.
Aufbewahren
In Papier hält er sich ein paar Tage im Kühlschrank. Er lässt sich sehr gut trocknen und behält im geschlossenen Glas monatelang sein Aroma. Du kannst ihn auch gegart einfrieren.
Giftige Doppelgänger
- Cortinarius rubellus · Tödlich giftig - nicht essen
- Omphalotus olearius · Giftig - nicht essen
- Omphalotus illudens · Giftig - nicht essen
- Omphalotus olivascens · Giftig - nicht essen
- Omphalotus subilludens · Giftig - nicht essen
- Hygrophoropsis aurantiaca · Nicht essbar
Quellen: Bestimmung: MykoWeb (California Fungi) und First Nature (UK). Spitzgebuckelter Raukopf: Norwegisches Institut für Volksgesundheit. Cäsium: Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Saison: GBIF-Funddaten.
Konsultiere immer eine Expertin oder einen Experten, bevor du Wildpflanzen oder Pilze isst. Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken.