Funges

Pfifferling

Cantharellus cibarius

Pfifferling (Cantharellus cibarius)

Ein goldgelber Pilz in Trichterform. Er riecht fruchtig, ein bisschen nach Aprikose.

So erkennst du ihn

Pfifferlinge sind eigelb bis goldgelb und werden bis 10 cm breit. Der Hut ist ein flacher Trichter mit welligem Rand, der nach unten eingerollt ist. Darunter sitzen keine echten Lamellen, sondern stumpfe, gegabelte Leisten, die am Stiel herablaufen. Anders als Lamellen kannst du sie nicht einzeln abheben. Der Stiel ist voll, das Fleisch fest und weiss bis blassgelb. Er riecht leicht nach Aprikose. Zwei Doppelgänger musst du kennen. Ölbaumtrichterlinge (Omphalotus) haben dünne, dicht stehende echte Lamellen, wachsen büschelig aus Holz oder vergrabenen Wurzeln und sind bis ins Fleisch orange. Der Falsche Pfifferling (Hygrophoropsis aurantiaca) ist kräftiger orange, weich und hat ebenfalls dünne, dichte Lamellen.

Wo er wächst

Pfifferlinge leben mit Baumwurzeln zusammen. Sie wachsen unter Eiche, Buche, Birke, Kastanie, Fichte und Kiefer, meist auf saurem Boden im Moos. Oft findest du sie an Böschungen und neben Wegen. In ganz Europa sind sie häufig, vom Flachland bis ins Gebirge. In Nordamerika steckt hinter dem Pfifferling eigentlich eine Gruppe naher Arten. Beispiele sind Cantharellus flavus im Osten, C. californicus unter immergrünen Eichen in Kalifornien und C. cascadensis im pazifischen Nordwesten.

Wann

In Mittel- und Nordeuropa kommen sie von Ende Juni bis Oktober, nach warmem, durchdringendem Regen. In Südeuropa beginnt die Saison später und dauert länger, in den Eichenwäldern am Mittelmeer bis in den Winter. Im Osten der USA wachsen sie im Sommer nach warmem Regen. Im Westen folgen sie den Herbstregen, und in Kalifornien gehen sie bis in den Winter.

Sammeln

Schneide oder dreh sie am Grund ab und bürste die Erde gleich vor Ort ab. Lass die kleinen weiterwachsen. In Deutschland sind sie besonders geschützt. Dort darfst du nur kleine Mengen für den eigenen Bedarf sammeln. Schweizer Kantone, italienische Regionen, Teile Frankreichs und Spaniens und öffentliches Land in den USA haben eigene Höchstmengen oder Genehmigungen. Prüf die Regeln vor Ort.

Zubereitung

Wenn du dir sicher bist, bürste die Pfifferlinge ab, statt sie zu waschen. Sie saugen sich sonst mit Wasser voll. Iss sie nie roh. Gare sie gut durch, erst in der trockenen Pfanne, bis das Wasser verdampft ist, dann in Butter. Sie schmecken mild, fruchtig und leicht pfeffrig und haben einen festen Biss. Sie passen gut zu Eiern, Sahne, Kartoffeln, Pasta und Hähnchen.

Aufbewahren

Im Kühlschrank halten sie sich ein paar Tage, in Papier, nicht in Plastik. Getrocknet werden Pfifferlinge zäh. Wenn du sie länger aufheben willst, brat sie in Butter an und frier sie ein.

Giftige Doppelgänger

  • Omphalotus olearius · Giftig - nicht essen
  • Omphalotus illudens · Giftig - nicht essen
  • Omphalotus olivascens · Giftig - nicht essen
  • Omphalotus subilludens · Giftig - nicht essen
  • Turbinellus floccosus · Giftig - nicht essen
  • Hygrophoropsis aurantiaca · Nicht essbar

Quellen: Bestimmung und Standort: First Nature (UK) und MushroomExpert.com. Nordamerikanische Arten und Doppelgänger: University of Florida IFAS Extension. Schutz: Bundesartenschutzverordnung. Saison: GBIF-Funddaten.

Konsultiere immer eine Expertin oder einen Experten, bevor du Wildpflanzen oder Pilze isst. Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken.