Funges

Maronen-Röhrling

Imleria badia

Maronen-Röhrling (Imleria badia)

Ein Röhrling mit kastanienbraunem Hut, der bei Nässe schmierig wird. Die Poren laufen blaugrün an, und der gestreifte Stiel hat kein Netz.

So erkennst du ihn

Der Maronenröhrling, kurz Marone, ist ein Röhrling ohne das Stielnetz der Steinpilze. Der Hut ist kastanienbraun. Trocken fühlt er sich an wie Wildleder, bei Nässe wird er schmierig. Die Poren sind cremefarben bis blassgelb, später oliv, und laufen auf Druck blaugrün an. Das Fleisch ist weiss bis blassgelb und kann beim Anschneiden leicht blau werden. Der Stiel ist schlanker und braun gestreift auf hellerem Grund. Rote oder orange Poren schliessen ihn aus (Rubroboletus satanas, Neoboletus subvelutipes). Das gilt auch für rosa Poren mit genetztem Stiel (Tylopilus felleus). Im Osten Nordamerikas musst du noch zwei weitere kennen. Boletus sensibilis wird sofort überall dunkelblau und hat einen gelben Stiel. Boletus huronensis ist kompakt, geformt wie ein Steinpilz und hat einen gelblichen Stiel.

Wo er wächst

Er wächst bei Kiefer und Fichte, aber auch bei Buche, Eiche und Kastanie. Er mag sauren, sandigen Boden und sitzt oft im Moos bei alten Stümpfen. Im Flachland Nord- und Mitteleuropas ist er häufig. In Nordamerika wächst er im Nordosten, an den Grossen Seen und in den Appalachen, unter Kiefern und Hemlocktannen.

Wann

In Europa erscheint er von August bis zu den ersten starken Frösten. Am meisten gibt es im Oktober, nach den Steinpilzen, im Süden bis in den Dezember. Im Nordosten Nordamerikas kommt er früher, vor allem von Juli bis September.

Sammeln

Dreh ihn heraus oder schneide ihn ab, und lass junge und alte stehen. Prüf die Regeln vor Ort, denn in Naturschutzgebieten ist das Sammeln oft verboten.

Zubereitung

Bestimm ihn zuerst sicher. Wisch den Hut ab und zieh die Haut ab, wenn sie schmierig ist. Entferne weiche, alte Röhren und gare ihn gut durch. Das Blau verschwindet beim Garen, und er schmeckt mild. Er speichert mehr radioaktives Cäsium als die meisten Pilze. In Teilen Bayerns und Österreichs isst du ihn deshalb nur ab und zu.

Aufbewahren

In dünnen Scheiben lässt er sich gut trocknen. Gegart kannst du ihn auch gut einfrieren.

Giftige Doppelgänger

  • Rubroboletus satanas · Giftig - nicht essen
  • Rubroboletus rhodoxanthus · Giftig - nicht essen
  • Neoboletus subvelutipes · Giftig - nicht essen
  • Boletus sensibilis · Giftig - nicht essen
  • Boletus huronensis · Giftig - nicht essen
  • Rubroboletus pulcherrimus · Giftig - nicht essen
  • Rubroboletus eastwoodiae · Giftig - nicht essen
  • Rubroboletus legaliae · Giftig - nicht essen
  • Tylopilus felleus · Nicht essbar
  • Tylopilus rubrobrunneus · Nicht essbar
  • Tylopilus plumbeoviolaceus · Nicht essbar

Quellen: Bestimmung und Standort: First Nature und MushroomExpert. Saison: GBIF-Funddaten. Cäsium: Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) und Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL).

Konsultiere immer eine Expertin oder einen Experten, bevor du Wildpflanzen oder Pilze isst. Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken.