Funges

Semmel-Stoppelpilz

Hydnum repandum

Semmel-Stoppelpilz (Hydnum repandum)

Ein semmelgelber bis orangefarbener Hut mit weichen Stacheln statt Lamellen darunter. Einer der sichersten Wildpilze für den Anfang.

So erkennst du ihn

Dreh ihn um. Unter dem Hut hängen weiche, brüchige Stacheln, 2 bis 6 mm lang, wie kleine Eiszapfen. Lamellen oder Leisten gibt es nicht. Die Stacheln lassen sich leicht abstreifen. Der Hut ist 4 bis 15 cm breit und cremefarben bis semmelgelb oder blass orange. Er ist trocken, samtig und oft buckelig. Der Stiel ist weiss, voll und sitzt oft nicht in der Mitte. Das feste weisse Fleisch verfärbt sich auf Druck langsam gelblich bis orangebraun. Der Rotgelbe Stoppelpilz (Hydnum rufescens) ist kleiner und kräftiger orange. Er hat dieselben weichen Stacheln, genau wie die amerikanischen Hydnum-Arten. Andere Stachelpilze wie Korkstachlinge (Hydnellum) und Habichtspilze (Sarcodon) sind zäh und korkig oder braun und schuppig. Viele davon sind bitter.

Wo er wächst

Er lebt mit Nadel- und Laubbäumen gleichermassen zusammen, etwa mit Fichte, Kiefer, Buche, Eiche und Birke. Such im Moos und im Laub. Oft wächst er in Ringen oder Reihen. In ganz Europa ist er häufig, vom Flachland bis ins Gebirge, und ebenso in ganz Nordamerika. An der US-Pazifikküste wachsen mehrere Hydnum-Arten unter Douglasie, Tanoak und anderen Bäumen.

Wann

In Mittel- und Nordeuropa kommt er vom Spätsommer bis in den Spätherbst, oft bis zum starken Frost. In Südeuropa beginnt die Saison später und dauert länger, bis in den Winter. An der US-Pazifikküste kommt er mit den Herbstregen und bleibt den ganzen Winter.

Sammeln

Schneide ihn am Grund ab. Putz Schmutz gleich vor Ort ab, damit er nicht zwischen den Stacheln hängen bleibt. Lass die kleinen stehen. In Südbayern und im Bayerischen Wald enthält er noch Cäsium aus Tschernobyl. Iss ihn dort nur ab und zu.

Zubereitung

Bestimm ihn zuerst sicher. Bürste den Hut ab. Bei grossen Exemplaren streifst du die Stacheln ab. Sie brechen in der Pfanne ab und können bitter schmecken. Iss ihn nie roh. Gare ihn gut durch, in Butter gebraten oder geschmort. Er schmeckt mild, nussig und süsslich und hat einen festen, fleischigen Biss. Er passt gut zu Eiern, Kartoffeln und Wild und in Sossen.

Aufbewahren

Weil er so fest ist, hält er sich besser als die meisten Wildpilze. In Papier bleibt er mehrere Tage im Kühlschrank frisch. Für länger garst du ihn und frierst ihn ein.

Quellen: Bestimmung: First Nature (UK) und MykoWeb (California Fungi). Cäsium: Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Saison: GBIF-Funddaten.

Konsultiere immer eine Expertin oder einen Experten, bevor du Wildpflanzen oder Pilze isst. Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken.