Funges

Bärlauch

Allium ursinum

Bärlauch (Allium ursinum)

Ein kräftig duftendes Wildkraut mit breiten Blättern und weissen Blüten.

So erkennst du ihn

Jedes Bärlauchblatt wächst an einem eigenen dünnen Stiel direkt aus dem Boden. Die Blattfläche ist weich, hellgrün und spitz-oval, mit parallelen Nerven. Die Unterseite ist matt. Ab April trägt ein blattloser Stängel eine runde Dolde aus weissen, sternförmigen Blüten. Zerreibst du ein Blatt, riecht Bärlauch stark nach Knoblauch. Seine tödlichen Doppelgänger tun das nicht. Der Geruch bleibt aber an den Fingern hängen, deshalb beweist der Test nach den ersten paar Blättern nichts mehr. Prüf darum jedes Blatt auch an Stiel und Form. Das Maiglöckchen hat zwei bis drei Blätter, die sich am Grund gegenseitig umhüllen. Die Herbstzeitlose hat zähe, ungestielte Blätter in einem Büschel. Der Aronstab hat pfeilförmige Blätter mit netzartigen Nerven. Der Weisse Germer hat gefaltete Blätter an einem aufrechten Stängel. Bei der Weisswurz sitzen die Blätter abwechselnd an einem bogigen Stängel.

Wo er wächst

Er bildet Teppiche in feuchten, schattigen Laubwäldern. Besonders wächst er in Buchen- und Auwäldern auf nährstoffreichem Boden und an schattigen Bächen. In Mittel- und Nordeuropa ist er häufig, auch in Grossbritannien. In Südeuropa findest du ihn vor allem in Bergwäldern.

Wann

In milden Lagen kommen die Blätter ab Februar, sonst im März und April. Am besten sind sie, bevor sich die Blüten öffnen. Er blüht von April bis Juni, in den Bergen später. Im Frühsommer sind die Blätter verschwunden.

Sammeln

Pflück Blatt für Blatt, nie büschelweise. So landet kein Doppelgänger aus demselben Bestand in deinem Korb. Lass die Zwiebeln im Boden. Grossbritannien verbietet, wilde Pflanzen ohne Erlaubnis des Grundbesitzers auszugraben. Deutschland erlaubt nur eine kleine Menge für den eigenen Bedarf. Viele Naturschutzgebiete verbieten das Sammeln, also prüf die Regeln vor Ort.

Zubereitung

Wenn du dir sicher bist, nimm die Blätter roh oder gib sie erst am Ende des Kochens dazu. Sie passen in Pesto, Suppen, Risotto und Butter oder zu Eiern. Die Blüten kommen auf Salate. Wasch jedes Blatt unter fliessendem Wasser. Das raten die Behörden in Mitteleuropa wegen des Fuchsbandwurms. Seine Eier überstehen das Einfrieren, aber nicht das Kochen.

Aufbewahren

In ein feuchtes Tuch gewickelt halten sich die Blätter zwei bis drei Tage im Kühlschrank. Gehackte Blätter und Pesto lassen sich gut einfrieren. Alles, was in Öl liegt, gehört in den Kühlschrank und wird innerhalb weniger Tage gegessen.

Giftige Doppelgänger

  • Colchicum autumnale · Tödlich giftig - nicht essen
  • Convallaria majalis · Tödlich giftig - nicht essen
  • Veratrum album · Tödlich giftig - nicht essen
  • Veratrum viride · Tödlich giftig - nicht essen
  • Veratrum californicum · Tödlich giftig - nicht essen
  • Arum maculatum · Giftig - nicht essen
  • Polygonatum multiflorum · Giftig - nicht essen

Quellen: Bestimmung und Doppelgänger: Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und Woodland Trust. Saison: Woodland Trust und GBIF-Funddaten.

Konsultiere immer eine Expertin oder einen Experten, bevor du Wildpflanzen oder Pilze isst. Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken.