Preiselbeere
Vaccinium vitis-idaea

Kleine, rote, säuerliche Beeren an niedrigen immergrünen Sträuchern auf saurem Boden.
So erkennst du ihn
Die Preiselbeere ist ein kriechender, immergrüner Zwergstrauch. Ihre Blätter sind dick, glänzend und dunkelgrün, mit nach unten eingerollten Rändern. Die helle Unterseite ist mit winzigen dunklen Punkten übersät. Kleine weisse bis rosa Glöckchenblüten sitzen in kurzen Trauben an den Triebspitzen. Daraus werden runde, glänzend rote Beeren, die in kleinen Büscheln hängen. Die Echte Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi) ist ein kriechender Strauch an denselben Stellen. Ihre Blätter sind netzartig geadert und haben keine Punkte, und ihre Beeren sind trocken und mehlig. Die giftigen roten und schwarzen Beeren wachsen nicht auf einem niedrigen immergrünen Teppich. Die Eibe (Taxus) ist ein Baum oder hoher Strauch mit flachen Nadeln. Ihr roter Becher ist vorne offen und umschliesst einen dunklen Samen. Der Seidelbast (Daphne mezereum) ist ein aufrechter Strauch, dessen Beeren dicht am Zweig sitzen. Die Tollkirsche (Atropa bella-donna) ist eine hohe Staude mit schwarzen Beeren. Das Rote Christophskraut (Actaea) und das Maiglöckchen (Convallaria majalis) sind krautige Pflanzen.
Wo er wächst
Sie braucht sauren, mageren Boden. Such in Kiefern- und Fichtenwäldern, in Birkenwäldern, auf Heiden und Mooren und an Berghängen über der Baumgrenze. In Skandinavien und im Baltikum ist sie sehr häufig, und du findest sie auch in den Alpen und anderen Gebirgen. In Nordamerika wächst sie vor allem in Kanada und Alaska. Die USA erreicht sie nur im hohen Norden, von Minnesota bis Maine. Dort ist sie selten, und in Wisconsin gilt sie als bedroht.
Wann
Ab August färben sich die Beeren rot. Am besten sind sie, wenn sie ganz dunkelrot sind, von September bis in den Oktober. Sie bleiben bis in den Winter an den Pflanzen.
Sammeln
Pflück dunkelrote Beeren mit der Hand oder, wo es erlaubt ist, mit einem Beerenpflücker. In Schweden, Finnland und Norwegen darf nach dem Jedermannsrecht jeder wilde Beeren sammeln, abseits von Häusern und Gärten. Naturschutzgebiete können aber eigene Regeln haben. In Mitteleuropa sagt das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), dass das Essen von Waldbeeren bisher nicht als Risikofaktor für den Fuchsbandwurm nachgewiesen ist. Es rät trotzdem, sie gründlich zu waschen. Nur Erhitzen über 60 °C tötet die Eier ab, Einfrieren im Haushalt nicht.
Zubereitung
Roh sind die Beeren sauer und etwas bitter. Wenn du sie sicher bestimmt hast, kochst du sie deshalb meist mit Zucker zu einer Sosse oder Marmelade. In Schweden rührt man sie auch roh mit Zucker. Dazu passen Fleischbällchen, Wild, Braten, Kartoffelpuffer oder Porridge.
Aufbewahren
Im Kühlschrank halten sie länger als die meisten Beeren. Mit Zucker gerührt halten sie sich kühl gelagert lange, dank ihrer natürlichen Benzoesäure. Du kannst sie auch einfach so einfrieren.
Giftige Doppelgänger
- Convallaria majalis · Tödlich giftig - nicht essen
- Atropa bella-donna · Tödlich giftig - nicht essen
- Taxus baccata · Tödlich giftig - nicht essen
- Taxus brevifolia · Tödlich giftig - nicht essen
- Daphne mezereum · Giftig - nicht essen
- Actaea rubra · Giftig - nicht essen
Quellen: Bestimmung und Verbreitung: Minnesota Wildflowers und CREA Mont-Blanc. Sammelrecht: Schwedisches Naturschutzamt (Naturvårdsverket). Fuchsbandwurm: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL).
Konsultiere immer eine Expertin oder einen Experten, bevor du Wildpflanzen oder Pilze isst. Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken.