Moltebeere
Rubus chamaemorus

Eine bernsteinorange Beere aus nordischen Mooren. Sie sieht aus wie eine weiche Himbeere, und in Skandinavien ist sie heiss begehrt.
So erkennst du ihn
Die Moltebeere ist eine niedrige krautige Pflanze, kein Strauch, etwa eine Hand hoch. Sie wächst aus kriechenden Sprossen unter der Erde. Jeder aufrechte Trieb trägt ein bis drei rundliche, runzlige Blätter mit fünf bis sieben flachen Lappen. Dazu kommt eine einzelne weisse Blüte. Männliche und weibliche Blüten wachsen auf verschiedenen Pflanzen, deshalb tragen nur manche Triebe Früchte. Die Beere sieht aus wie eine Himbeere aus wenigen grossen Kügelchen. Erst ist sie hart und rot. Reif wird sie weich und bernsteinorange.
Wo er wächst
Sie wächst in offenen Mooren, auf nassen Heiden, in Sümpfen und in der Tundra, oft zwischen Torfmoos und Zwergbirken. In Norwegen, Schweden, Finnland, im Baltikum und in Russland ist sie häufig. Du findest sie auch im Hochmoor in Schottland und Nordengland. In Deutschland, Polen und Tschechien überlebt sie nur in wenigen Mooren, als Relikt der Eiszeit. Dort ist sie geschützt oder als gefährdet eingestuft.
Wann
Sie blüht im Juni. Im Süden Skandinaviens und im Baltikum reifen die Beeren ab Mitte Juli. Im hohen Norden und in den Bergen reifen sie im August. Ein Frost zur Blütezeit kann die Ernte eines ganzen Jahres verderben.
Sammeln
Pflück nur weiche, bernsteinfarbene Beeren, die sich leicht lösen. Harte rote sind noch nicht reif. In Schweden, Finnland und Norwegen darf nach dem Jedermannsrecht jeder sie pflücken. In Nordland, Troms und Finnmark darf der Grundbesitzer das Pflücken auf ertragreichen Moltebeermooren aber verbieten. Das Verbot wird mit Schildern oder in der Zeitung bekannt gemacht. Essen darfst du die Beeren an Ort und Stelle trotzdem. Auf öffentlichem Land in der Finnmark dürfen nur Einwohner sie zum Verkauf pflücken. Naturschutzgebiete können eigene Regeln haben. In Mitteleuropa lässt du die Pflanze in Ruhe. Prüf die Regeln vor Ort, bevor du losgehst.
Zubereitung
Sei dir zuerst sicher, was du hast. Dann iss sie frisch mit Sahne oder auf Waffeln oder koch Marmelade daraus. In Finnland isst man die Marmelade zu warmem Quietschkäse (Leipäjuusto). In Schweden kommt sie über Eis. Sie schmecken säuerlich und aromatisch.
Aufbewahren
Reife Beeren halten sich nur ein bis zwei Tage im Kühlschrank. Sie lassen sich gut einfrieren. Ihre natürliche Benzoesäure hilft der Marmelade, länger zu halten.
Quellen: Bestimmung und Standort: University of Alberta und Minnesota Wildflowers. Sammelregeln: Norwegisches Umweltamt (Miljødirektoratet) und Schwedisches Naturschutzamt (Naturvårdsverket). Status in Mitteleuropa: tschechische und deutsche Rote Listen.
Konsultiere immer eine Expertin oder einen Experten, bevor du Wildpflanzen oder Pilze isst. Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken.