Waldheidelbeere
Vaccinium myrtillus

Kleine, süsse blaue Beeren an niedrigen Sträuchern auf saurem Boden.
So erkennst du ihn
Die Heidelbeere, auch Blaubeere genannt, ist ein niedriger Zwergstrauch, der im Winter die Blätter verliert. Meist bleibt sie unter Kniehöhe. Ihre Zweige sind grün und kantig. Die Blätter sind klein und oval, mit fein gesägtem Rand. Im Frühling hängen einzeln rötliche Blüten, die wie kleine Laternen aussehen. Aus jeder wird eine blauschwarze Beere mit hellem Reif. An der Spitze der Beere sitzt ein kleines Krönchen. Das Fruchtfleisch ist durch und durch violettrot. Kulturheidelbeeren haben helles Fruchtfleisch. Ihre giftigen Doppelgänger sind krautige Pflanzen, keine verholzten Zwergsträucher. Die Tollkirsche (Atropa bella-donna) ist hoch, und ihre glänzend schwarzen Beeren sitzen in einem grünen Stern aus fünf Kelchblättern. Die Einbeere (Paris quadrifolia) trägt eine einzige Beere oben auf einem Stängel mit einem Quirl aus vier Blättern. Bei der Weisswurz (Polygonatum) hängen blauschwarze Beeren unter einem bogigen, unverzweigten Stängel.
Wo er wächst
Sie braucht sauren, nährstoffarmen Boden. Such in Nadel-, Birken- und Eichenwäldern, auf Heiden und in Mooren, vom Tiefland bis über die Baumgrenze. In Nord- und Mitteleuropa ist sie häufig, im Süden in den Bergen. Auf Kalk findest du sie nicht. In Nordamerika wächst sie wild in den Bergen des Westens. Im Osten pflückt man dort andere wilde Heidelbeeren (Vaccinium angustifolium, Vaccinium corymbosum). Das sind nahe Verwandte mit hellem Fruchtfleisch.
Wann
Im Tiefland reifen die Beeren ab Juli. In den Bergen und im Norden geht die Saison durch den August bis in den September. Ein Spätfrost zur Blütezeit kann die Ernte schmälern.
Sammeln
Pflück mit der Hand. Beerenkämme reissen Blätter ab und schädigen die Pflanzen. Manche Gegenden verbieten sie oder legen Tageshöchstmengen fest, etwa die Vogesen in Frankreich und die Toskana in Italien. Prüf also die Regeln vor Ort. In Mitteleuropa sagt das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), dass das Essen von Waldbeeren bisher nicht als Risikofaktor für den Fuchsbandwurm nachgewiesen ist. Es rät trotzdem, sie gründlich zu waschen. Nur Erhitzen über 60 °C tötet die Eier ab, Einfrieren im Haushalt nicht.
Zubereitung
Bist du dir bei der Pflanze sicher, iss sie roh oder mach Kuchen, Pfannkuchen, Marmelade und Kompott daraus. Sie schmecken süss und säuerlich. Sie färben aber Finger, Zähne und Kleidung. Spül sie erst kurz vor dem Verwenden ab und lies Blätter und grüne Beeren aus.
Aufbewahren
Ungewaschen und ausgebreitet halten sie sich ein paar Tage im Kühlschrank. Frier sie auf einem Blech ein und füll sie dann in Beutel. Sie lassen sich auch gut trocknen.
Giftige Doppelgänger
- Atropa bella-donna · Tödlich giftig - nicht essen
- Paris quadrifolia · Giftig - nicht essen
- Polygonatum multiflorum · Giftig - nicht essen
Quellen: Bestimmung und Standort: Woodland Trust; Doppelgänger: Yle (finnischer öffentlicher Rundfunk). Sammelregeln: Präfektur Vosges und Region Toskana. Fuchsbandwurm: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL).
Konsultiere immer eine Expertin oder einen Experten, bevor du Wildpflanzen oder Pilze isst. Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken.