Straussenfarn-Triebe
Matteuccia struthiopteris

Die fest eingerollten jungen Wedel des Straussenfarns. Sie sind glatt und leuchtend grün, mit braunen, papierartigen Schuppen.
So erkennst du ihn
Gesammelt wird nur der Straussenfarn. Er wächst in Horsten mit etwa drei bis zwölf eingerollten Trieben. Das sind feste grüne Spiralen von etwa 2,5 cm Durchmesser. Der Stiel ist glatt und hat auf der Innenseite eine tiefe, U-förmige Rinne. Dünne braune, papierartige Schuppen bedecken die Triebe und lassen sich abreiben. Die fruchtbaren Wedel vom Vorjahr stehen oft noch im Horst. Sie sind dunkelbraun, steif und sehen aus wie Federn. Der Adlerfarn ist krebserregend. Er treibt einzeln aus kriechenden Sprossen unter der Erde. Sein Stiel ist flaumig behaart und rund, er hat keine Papierschuppen, und seine Spitze teilt sich in drei. Andere Farne wie der Zimtfarn haben wollige Triebe und sind nicht zu empfehlen.
Wo er wächst
Er wächst in schattigen Flussauen, auf Sandbänken und in feuchten, nährstoffreichen Wäldern, oft unter Ahorn und Esche. In den USA ist er im Nordosten und um die Grossen Seen häufig. Nach Süden reicht er bis Pennsylvania, nach Westen bis zu den Dakotas. Im Westen ist er ausserhalb Alaskas selten. In Europa wächst er an Bächen im Norden und in der Mitte.
Wann
Die Triebe kommen im Frühling, wenn sich der Boden nach Schneeschmelze und Hochwasser erwärmt. Im Süden von Maine ist das Ende April. Im hohen Norden ist es Mitte bis Ende Mai, stellenweise bis Anfang Juni. Ernte sie, solange sie 5 bis 15 cm hoch und fest eingerollt sind. Nach wenigen Tagen entrollen sie sich, und dann kannst du sie nicht mehr essen.
Sammeln
Ernte nur an kräftigen Horsten mit mindestens vier Trieben. Nimm höchstens die Hälfte und komm in derselben Saison nicht wieder. Wer alle Triebe nimmt, schwächt oder tötet den Farn. Frag vorher den Grundbesitzer. In Deutschland ist der wilde Straussenfarn gesetzlich geschützt, lass ihn dort also stehen.
Zubereitung
Iss die Triebe nie roh oder nur kurz gegart. Sie haben schon Ausbrüche von Lebensmittelvergiftungen mit Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Krämpfen ausgelöst, die die US-Gesundheitsbehörde CDC untersucht hat. Bestimm sie zuerst sicher. Reib die braunen Schuppen ab und wasch die Triebe in mehrmals gewechseltem kaltem Wasser. Dann kochst du sie in kleinen Portionen 15 Minuten in reichlich Salzwasser. Oder du dämpfst sie 10 bis 12 Minuten. Giess das Wasser weg. Erst danach brätst du sie an oder gibst sie in andere Gerichte. Sie schmecken nach Spargel und grünen Bohnen.
Aufbewahren
Bewahr sie im Kühlschrank auf und verbrauch sie innerhalb einer Woche. Zum Einfrieren blanchierst du kleine Portionen 2 Minuten. Kühl sie in Eiswasser ab, lass sie abtropfen und frier sie ein. Vor dem Essen müssen sie trotzdem die vollen 15 Minuten kochen.
Giftige Doppelgänger
- Pteridium aquilinum · Giftig - nicht essen
Quellen: Bestimmung, Saison, Ernte und Zubereitung: University of Maine Cooperative Extension. Lebensmittelvergiftungen: US-Gesundheitsbehörde CDC. Verbreitung in den USA: Penn State Extension. Schutz in Deutschland: Bundesartenschutzverordnung.
Konsultiere immer eine Expertin oder einen Experten, bevor du Wildpflanzen oder Pilze isst. Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken.