Funges

Holunderblüte

Sambucus nigra

Holunderblüte (Sambucus nigra)

Cremeweisse Blüten in grossen, flachen Dolden am Holunder.

So erkennst du ihn

Der Holunder ist ein verholzter Strauch oder kleiner Baum mit korkiger, gefurchter, graubrauner Rinde. Seine Blätter stehen gegenständig und haben 5 bis 7 gezähnte Fiederblättchen. Zerreibst du sie, riechen sie unangenehm. Im späten Frühling trägt er flache, verzweigte Dolden aus winzigen cremeweissen Blüten. Sie haben hellgelbe Staubbeutel und duften süss und schwer. Der Attich oder Zwerg-Holunder ist eine krautige Pflanze, die jeden Winter abstirbt. Er hat aufrechte Blütenstände und violette Staubbeutel. Der Rote Holunder blüht früher, in eiförmigen oder kuppelförmigen Ständen. Beide sind giftig. Gefleckter Schierling, Wasserschierling und Riesen-Bärenklau sind weiche grüne Kräuter, keine Sträucher. Der Saft des Riesen-Bärenklaus verbrennt bei Sonne die Haut. Der Gefleckte Schierling hat einen glatten, hohlen, purpurn gefleckten Stängel und riecht nach Mäusen. Bei allen dreien gehen die Blütenstiele von einem Punkt aus, wie die Speichen eines Schirms.

Wo er wächst

Er wächst in Hecken, an Waldrändern, in Gebüschen, an Flussufern und auf Brachen. Oft steht er nahe bei Häusern, auf nährstoffreichem Boden. In ganz Europa ist er häufig, vom Tiefland bis ins Hügelland. In den USA wachsen der heimische Amerikanische Holunder im Osten und der Blaue Holunder im Westen an ähnlichen Orten.

Wann

In Nord- und Mitteleuropa blüht der Holunder von Ende Mai bis in den Juni. Im warmen Süden beginnt er früher. Im Osten der USA blüht der Amerikanische Holunder später und länger, meist im Juni und Juli.

Sammeln

Pflück an einem trockenen, sonnigen Vormittag. Such dir Dolden aus, die ganz offen, cremefarben und duftend sind, und lass bräunliche hängen. Schneide oder brich sie am Ansatz ab. Nimm nur wenige pro Strauch, damit er noch Beeren tragen kann. Schüttle Insekten vorsichtig aus.

Zubereitung

Wenn du sicher bist, dass es Holunder ist, verwende nur die Blüten. Streif sie von den Stielen, denn Stiele, Blätter, Rinde, Wurzeln und unreife Beeren sind giftig. Für Holunderblütensirup lässt du die Blüten in heissem Zuckersirup mit Zitrone ziehen. Du kannst auch ganze Dolden in Teig tauchen und als Holunderküchle ausbacken. Den dicken Stiel isst du nicht mit. Oder du trocknest die Blüten für Tee. Sie schmecken süss und blumig und passen gut zu Stachelbeeren und Erdbeeren. Die Beeren, die im Herbst folgen, musst du kochen.

Aufbewahren

Die Blüten welken schnell, also verarbeite sie am Tag des Pflückens. Im Schatten getrocknete Dolden halten sich für Tee in einem luftdichten Glas. Sirup hält sich ein paar Wochen im Kühlschrank, oder du frierst ihn ein.

Giftige Doppelgänger

  • Conium maculatum · Tödlich giftig - nicht essen
  • Cicuta virosa · Tödlich giftig - nicht essen
  • Sambucus ebulus · Giftig - nicht essen
  • Sambucus racemosa · Giftig - nicht essen
  • Heracleum mantegazzianum · Giftig - nicht essen

Quellen: Bestimmung und Standort: Woodland Trust und BSBI. Doppelgänger: University of Minnesota Extension. Ernte und Küche: Penn State Extension und UMass Extension.

Konsultiere immer eine Expertin oder einen Experten, bevor du Wildpflanzen oder Pilze isst. Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken.